Zuckermaus und Monsterbacke – Willkommen in der Trotzphase

Ich persönlich dachte ja, dass die Trotzphase, wenn überhaupt, erst allerfrühestens mit zwei oder eher noch drei Jahren beginnt. Außerdem war ich der Meinung, dass das ja eh alles nur Erziehungssache ist. Also ein Kind, das sich im Supermarkt schreiend auf den Boden wirft, hat eben unfähige Eltern. Das dachte ich…. Bis Frau Maus in mein Leben kam und mir drei Dinge klarmachte:

  1. Es gibt definitiv eine Trotzphase!
  2. Diese Trotzphase beginnt auch gern schon mal mit etwa eineinhalb Jahren!
  3. Die Eltern von schreienden und strampelnden Kindern in Supermärkten sind keinesfalls zwangsweise unfähig!

Männliches Kleinkind mit ärgerlichem Gesichtausdruck - Willkommen in der Trotzphase

Ja, es gibt viele Beiträge zu den Themen Trotzen, Schlagen, Brüllen, Beißen, nicht auf Mama und Papa hören etc. in den einschlägigen Internetforen und genau das ist es, was mir wahnsinnig viel Mut gemacht hat! Ich bin also nicht allein! Ich bin nicht die einzige Mama, die sich angesichts ihres kleinen knallrot angelaufenen Wutbündels für absolut unfähig hält! Es geht ganz, ganz vielen Mamas und Papas so.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder vor allem eines brauchen: Liebe. Ich weiß aber mittlerweile auch, wie verdammt schwer es ist, immer ruhig, liebevoll und geduldig zu bleiben, wenn mein kleiner Wutzwerg gerade wieder einen seiner Ausbrüche hat. Die Gründe dafür sind vielfältig und ungefähr so vorhersehbar wie Schnee im Hochsommer. Es kann passieren, dass ich schlichtweg den Apfel „falsch“ aufschneide. Und schon gibt es kein Halten mehr.

Versetzen wir uns mal in die Lage der kleinen Kinder-Persönlichkeiten: Etwas, egal was, läuft nicht so, wie sie es sich gerade vorstellen. Das erzeugt Frustration und diese Frustration muss irgendwie raus. Bei meinen vielfältigen verzweifelten Recherchen, ob das Trotzverhalten meiner Frau Maus denn normal sei, bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass das Trotzen völlig normal und sogar enorm wichtig und gut für die kindliche Entwicklung ist.
In unseren Kindern wächst etwa ab dem zweiten Lebensjahr das Autonomiebedürfnis und damit der Drang alles selbst machen zu wollen. Sie möchten selbständig werden und sich und ihre Handlungen selbst bestimmen. Was dabei ganz entscheidend ist, ist die Feststellung der Kleinen, dass sie nun selbst in der Lage sind Handlungsziele zu definieren. Damit erfahren sie nämlich auch, dass sie selbst etwas bewirken und verursachen können. Hierbei handelt es sich um Meilensteine der kindlichen Entwicklung.

Allerdings sind die Handlungsziele der Kinder leider eben meist nicht konform mit den Plänen der Eltern bzw. die lieben Kleinen bemerken, dass sie ebenfalls in der Lage sind durch ihre Handlungen den Ablauf von Situationen zu beeinflussen. Dadurch kommt es zu Spannungen und im Anschluss daran zum Trotzen.
Ein gutes Beispiel ist das Anziehen bei meiner kleinen Frau Maus. Sie liebt es nach draußen zu gehen und bringt mir meist begeistert Schuhe, Jacke und Mütze, damit wir diese anziehen können, wenn ich ankündige, dass wir raus gehen wollen. Allerdings stellt sie sich im Anschluss daran meist in die Mitte des Raumes und macht keinerlei Anstalten zu mir zu kommen, um sich dann auch anziehen zu lassen. Sie schaut mich an. Jede meiner Aufforderungen zu mir zu kommen wird ignoriert. Manchmal läuft sie noch zwei, drei Schritte rückwärts, wenn ich sie anspreche. Sie kann die Situation beeinflussen.
Oft kann ich das Ganze durch ein lustiges Fangspiel auflösen. Ich stehe auf und schnapp sie mir lachend, woraufhin sie sich glucksend anziehen lässt. Manchmal lässt sie sich auch durch Argumente überzeugen, beispielsweise, dass die Hunde jetzt doch gerne raus möchten und wir uns dafür anziehen müssen. Manchmal, und ich muss zugeben, nur dann, wenn ich keine Zeit habe und sozusagen selbst trotzig werde, eskaliert die Situation aber auch. Dann schimpfe ich und ziehe sie unter Protest ihrerseits fertig an.
Ich bin eben auch nicht perfekt und erwische mich dann dabei, dass ich genauso trotze, wie meine kleine Frau Maus.

Wie aber nun mit den Wutanfällen umgehen? Meine persönliche Meinung ist, dass Strafe, Ignorieren des Kindes und Anschreien die schlechtesten Mittel sind, mit einem trotzenden Kind umzugehen. Tut man dies, trotzt man ja sozusagen ebenso. Außerdem werden Kinder in Trotzmomenten von starken Gefühlen überrannt, mit denen ich sie ungern alleine lassen möchte.

Allerdings finde ich es auch  immens wichtig meiner kleinen Frau Maus deutlich zu machen, wo meine Grenzen sind. Sie soll mich als authentischen Menschen erleben. Das heißt wenn sie in ihrer Wut nach mir schlägt, sage ich ihr ganz bestimmt, dass dies nicht ok ist, dass wir nicht schlagen und setze sie ab bzw. trete einen Schritt zurück. Meist weint sie daraufhin noch mehr. Ich bleibe dann bei ihr und biete ihr an zu mir zu kommen. Meist kommt sie dann, drückt mich und lässt sich trösten.

Die gute Nachricht für alle Eltern mit Kindern in der Autonomie- oder Trotzphase ist also, dass diese völlig normal ist, vorbei geht und einen wichtigen Entwicklungsschritt der Kleinen begleitet. Ich denke, wir sollten uns immer wieder in Erinnerung rufen, wie kurz unsere kleinen Mäuse erst auf der Welt sind. Es gibt so Vieles zu entdecken und zu erfahren, dazu gehört auch der Umgang mit Emotionen und Gefühlen, die den kleinen Menschen teils in riesigen Wellen zu überfluten scheinen. Bevor wir also über unsere kleinen Trotzköpfe schimpfen, sollten wir uns ab und an in ihre Perspektive versetzen.

Wer einen wirklich guten Ratgeber zur Entwicklung und den verschiedenen Phasen von Babys und Kleinkindern sucht, ist mit dem Klassiker Babyjahre des Kinderarztes Remo H. Largo sehr gut beraten. Auch zum Thema Trotzphase finden sich hier sehr gute Beiträge.

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