Rosarot oder knallbunt - Vorstellung und Realität im Alltag mit Baby

Frau Maus ist mittlerweile fast 2 Jahre alt und abends, wenn ich neben ihr im Bett liege und warte bis sie eingeschlafen ist, denke ich sehr oft über unsere bisherige gemeinsame Zeit nach. Ich möchte keine Sekunde dieser Zeit missen, allerdings muss ich immer wieder schmunzelnd feststellen, dass sich mein Leben seit der Geburt meiner kleinen Tochter um 180 Grad gedreht hat und nichts so gelaufen ist bzw. läuft, wie ich mir das vorher ausgemalt habe.

Rosarot oder Knallbunt - Der Alltag mit Baby: Zwei Kleinkinder sitzen im Gras

Eines vorweg: Das ist kein Artikel, in dem ich jammern und mich über das schwere Mutterdasein beklagen möchte. Ich möchte lediglich darstellen, wie rosarot ich mir das Mama-Sein vorgestellt habe und wie knallbunt es im Endeffekt wirklich ist.

Beginnen wir mit der Schwangerschaft: Schwangerschaftsyoga, viel Zeit zum Entspannen, Spazierengehen und Vorbereiten der Wohnung für den kleinen Neuankömmling, gemeinsames Hecheln mit dem Partner beim Geburtsvorbereitungskurs, Babyshopping, Babypartys, ... So ungefähr habe ich mir meine Schwangerschaft vorgestellt. Einfach schön, voller guter Laune und Geschäftigkeit.  
In der Realität habe ich mich die meiste Zeit übergeben, war müde, hatte keinerlei Energie für großartige Vorbereitungen zu Hause und habe dann die Hälfte meines Geburtsvorbereitungskurses aufgrund von vorzeitigen Wehen im Krankenhaus verbracht. Naja, das war alles nicht ideal, aber auch kein Weltuntergang. Frau Maus hat sich, nachdem ich drei Wochen im Krankenhaus liegen musste, entschieden, doch noch in meinem Bauch bleiben zu wollen und ich durfte nochmal nach Hause. Als der Entbindungstermin dann näher rückte und ich nochmal zur Kontrolle zur Frauenärztin musste, stellte diese erhöhte Eiweißwerte und einen recht hohen Blutdruck meinerseits fest. Da dies auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweist, wurde die Geburt etwa eine halbe Stunde später direkt eingeleitet.
Puh! Und plötzlich war der Moment da! Frau Maus sollte zur Welt kommen! Richtig realisieren konnte ich das nicht... Aber knapp 16 Stunden und im Endeffekt einen Kaiserschnitt später war sie dann endlich da!
Ok, auch in Sachen Geburt lief nichts, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich konnte nicht in die Wanne, da ich mich bei der kleinsten Lageänderung übergeben musste, ich willigte nach schmerzhaften Stunden, in denen sich der Muttermund keinen Millimeter bewegte in eine PDA ein (die ich NIE wollte) und musste am Ende zum Wohle meiner kleinen Frau Maus per Kaiserschnitt entbinden, was ich eigentlich auch nie wollte...  Aber egal! Frau Maus und ich waren letztendlich wohlauf und das ist ja schließlich das Allerwichtigste!

Nun war es also soweit: Ich war Mama. Und zwar gefühlt von Jetzt auf Gleich! Natürlich war ich fast 10 Monate lang schwanger, aber realisiert habe ich die Veränderungen, die durch das zuckersüße kleine Bündel Leben in meinen Armen wirklich anstehen, erst in diesem Moment. Mir wurde schlagartig klar, dass ich jetzt nie mehr allein sein würde (im positiven wie im negativen Sinn) und sich mein Leben wohl drastisch und unwiderruflich ändern würde.

Und genau so war es auch: Sobald Frau Maus und ich zu Hause ankamen, kam ich schlagartig auch in der Realität an. Meine bis dahin gehegte Vorstellung vom Alltag mit Baby war die Folgende: Während mein kleines Goldstück entspannt im Kinderwagen, der Wippe oder im Stubenwagen döst, kann Mama sich dem Haushalt und schönen Dingen, wie Kuchenbacken oder Dekoration im Kinderzimmer widmen. In der restlichen freien Zeit würde ich ein wenig an meiner Zeichenkarriere arbeiten oder Frau Maus im Kinderwagen auch mal mit in den Stall nehmen, um mein Pferd zu betüddeln. Abends würde mein kleines Goldstück dann nach dem Stillen zufrieden in seinem Beistellbettchen einschlafen. Über die Häufigkeit des nächtlichen Aufwachens hatte ich mir noch keine genaueren Vorstellungen gemacht.
Soweit meine Theorie... Nach fast zwei Jahren mit Frau Maus kann ich sagen: So lief es nicht... und zwar nie!

Punkt eins: Frau Maus war der Meinung, dass der einzige akzeptable Platz für kleine Babys in Mamas Armen ist. Wer kann es ihr auch verdenken? Babys sind schließlich Traglinge! Dies bedeutet in unserem Fall allerdings, dass sie sich überhaupt nicht ablegen ließ. Tagsüber löste ich dieses Problem mit einem Tragetuch, so war mein kleines Kängurukind immer ganz nah bei mir. Nachts entschieden wir uns schnell fürs Familienbett. Frau Maus schlief also bei Mama und Papa, was sie übrigens heute noch tut.

Punkt zwei: Frau Maus wollte ungefähr alle eineinhalb Stunden gestillt werden. Da ich der Meinung bin, dass Stillen viel mehr als Nahrungsaufnahme ist und wir durch die schwierige Geburt einen nicht ganz unbeschwerten Start ins gemeinsame Leben hatten, kam ich ihrem Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit gerne nach. Und die Entwicklung unseres kleinen Goldstückes spricht dafür: Ihr geringes Geburtsgewicht hatte sie sehr schnell aufgeholt und bewegt sich seither immer am oberen Ende der Gewichtsskalen.

Punkt drei: Einschlafen kann Frau Maus nur beim Stillen. Dies führt dazu, dass ich die einzige Person bin, die nachts für Ruhe sorgen kann. Sie wurde oftmals nämlich auch nachts etwa alle zwei Stunden wach und wollte gestillt werden. Übersetzt heißt das: Meine Augenringe hatten teilweise Augenringe! Ich habe tagsüber jede Schlafphase meiner kleinen Tochter genutzt, um auch zu schlafen. Von wegen, "mach den Haushalt, wenn das Kind schläft"... Was ich also tagsüber mit Frau Maus im Tragetuch erledigen konnte, erledigte ich. Der Rest blieb schlichtweg liegen.

Punkt vier: Seitdem Frau Maus ein Teil unseres Lebens ist weiß ich, dass kleine Kinder bereits einen sehr starken Willen haben können und ich nehme alle schlechten Gedanken zurück, die ich jemals hatte, wenn ich eine Mutter mit einem brüllenden und bockenden Kind gesehen habe. Nein, manchmal lassen sich Kinder schlichtweg nicht so einfach beruhigen und das hat nichts mit den Elternqualifikationen der jeweiligen Erziehungsberechtigten zu tun! Mittlerweile bin ich der Meinung, dass es gut ist, wenn Kinder bocken und schreien und so klar äußern, wenn ihnen etwas nicht passt! Natürlich gilt es, auf dieses Verhalten angemessen zu reagieren und auch Grenzen aufzuzeigen. Auf der Gegenseite zeigt es aber einfach, dass die Kinder eine starke Persönlichkeit haben, was ihnen in ihrer Zukunft definitiv nicht schadet. 
Ok, jetzt da Frau Maus 20 Monate alt ist, muss ich zugeben, dass es zeitweise sehr schwierig und nervenaufreibend ist, solch eine kleine Persönlichkeit in Schach zu halten. Mir stehen oft selbst die Tränen in den Augen, wenn sie wieder einen Wutanfall hat oder einfach nicht hören will, wenn ich ihr sage, dass sie beispielsweise nicht an den Kaminofen greifen soll. Aber Beständigkeit und liebevolle Konsequenz zahlen sich aus. Ebenso intensiv, wie Frau Maus bocken und trotzen kann, kann sie nämlich auch ihre Liebe zeigen. Sehr oft kommt sie zum Kuscheln und verteilt liebevoll Bussis an Mama und Papa.

Punkt fünf: Ich war der Meinung, dass ich höchstens etwa neun Monate lang stillen werde. Nach dieser Zeit sollte mein Baby ja völlig an Beikost gewöhnt sein und keine Muttermilch mehr benötigen...
Falsch! Frau Maus belehrte mich eines Besseren! Ich stille jetzt nach etwa 20 Monaten immer noch... Ich wollte nie eine Langzeit-Stillende sein und fand es im Gegenteil immer befremdlich, wenn Kleinkinder über das Babyalter hinaus noch bei der Mama trinken. Aber wie bereits mehrfach erwähnt: In meinem Leben hat sich so einiges verändert. Frau Maus besteht sehr vehement auf das Stillen, wobei es für sie dabei nicht um die Nahrungsaufnahme geht. Stillen bedeutet Geborgenheit, Nähe, Bindung und Kuscheln mit Mama.
Wir stillen derzeit nur noch zum Schlafen und tagsüber in Ausnahmesituationen, die sehr viel Trost verlangen. Wer einmal die Vertrautheit beim Stillen gespürt und die Zufriedenheit in den Augen des Kindes dabei gesehen hat, wird voll und ganz verstehen, was ich meine.  

Ja, so ist er also, mein Alltag mit Kind… Meine ganzen tollen Pläne, die ich anfangs genannt hatte, wie das Pferd pflegen und ggf. sogar reiten während Frau Maus selig im Kinderwagen schlummert, konnte ich logischerweise nicht in die Tat umsetzen. Als mein Töchterchen noch unter einem halben Jahr alt war, konnte ich eigentlich fast gar nichts tun, wenn ich alleine zu Hause war. Die meiste Zeit verbrachte ich stillend auf der Couch und fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes einfach sehr ausgelaugt. Natürlich hat mich das zeitweise frustriert. Ich musste feststellen, dass ich mein Leben nicht mehr selbst bestimmen konnte. Der Schwerpunkt hatte sich verändert. Im Zentrum von allem stand und steht nun Frau Maus. Und genau das tut mir so wahnsinnig gut! Ich habe endlich gelernt Prioritäten zu setzen! Ich sehe mein Pferd seltener, treffe einige Freundinnen so gut wie gar nicht mehr und mein Haushalt ist nicht mehr so tadellos wie früher. Dafür habe ich allerdings ein Kind, das für mich die allergrößte Erfüllung darstellt und jeden Tag lebenswert macht.

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